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Heimspiel in Franken
Matthias Grünert konzertiert in der Stadtpfarrkirche St. Marien
Matthias Grünert an der Steinmeyer-Orgel in Hof

Begeisterter Applaus ertönte in der gutbesuchten Hofer Stadtpfarrkirche St. Marien, als Matthias Grünert, Kantor an der Dresdner Frauenkirche seinen virtuosen Orgelvortrag am Ostermontagnachmittag beendet hatte. Das Konzert im Rahmen der von Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer organisierten Reihe der Musik an der Stadtpfarrkirche war Teil der diesjährigen Orgelfahrt Grünerts, der außer Hof auch Arzberg, Dinkelsbühl, Feuchtwangen Ansbach, Heilsbronn, Langenzenn Neuendetteslau und Schwabach besuchte. Der aus Franken stammende Musiker hatte für seine Reise, perfekt organisiert von Christiane Linke, die er stets gemeinsam mit einigen Orgelfreunden unternimmt, wie immer Kirchen mit interessanten Orgelinstrumenten ausgewählt.

Grünert zeigte sich begeistert von der Steinmeyer-Orgel der Marienkirche. Bereits im Vorfeld hatten Stühlmeyer und er sich über das Instrument ausgetauscht und so konnte Grünert die perfekt passenden Werke für die romantische Konzeption der Orgel auswählen. Das Konzert startete mit dem Allegro alla Marcia in d-moll von Albert Lister Peace, einem hierzulande weniger bekannten aber überaus hörenswerten Komponisten der englischen Romantik, der als Organist der St. Georges Hall in Liverpool und an der Kathedrale von Glasgow wirkte. Ideal auf die Möglichkeiten und das farbenreiche Ausdrucksspektrum der Steinmeyer-Orgel zugeschnitten war auch der Choral, die Variationen, die Fuge und das Finale über den Choral „Vater unser im Himmelreich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Grünert registrierte gekonnt und präsentierte nicht nur das machtvolle Plenum, sondern auch das breite Spektrum der leisen Töne der an vielfarbigen Achtfüßen reichen Steinmeyer-Orgel. Den Abschluss des Konzertes bildete die Sonate Nr. XI in d-moll von Joseph Gabriel Rheinberger. Der Münchener Komponist und Kirchenmusiker der Romantik, beliebte Orgellehrer und engagierte Antipode der Gruppe der Caecilianer, zeigt hier eine an Max Reger erinnernde opulente Klangästhetik und bewies, dass er auch die großen Formen der Kirchenmusik fraglos beherrschte. 

Matthias Grünert interpretierte alle drei Komponisten gekonnt virtuos und einfühlsam sowie mit hörbarer ansteckender Spielfreude. Am Ende des Abends und nach der von den Zuhörern durch langanhaltendem Beifall nachdrücklich geforderten Zugabe waren sich alle einig: Ein solcher Abend mit Frauenkirchenkantor Grünert sollte unbedingt wiederholt werden.

Datum: 19.04.2017
Dr. Barbara Stühlmeyer